Rente in Ostdeutschland am niedrigsten
Rente in Ostdeutschland am niedrigsten, Foto: Redaktion

Viele Jahre gearbeitet, wenig erhalten: Brandenburger Rentnerinnen und Rentner müssen mit deutlich niedrigeren Zahlungen auskommen als im Westen. Nur knapp über dem bundesweiten Schnitt liegt Berlin. Die Zahlen gehen aus einer offiziellen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Dietmar Bartsch von der Partei Die Linke hervor.

  • Brandenburg: 1.557 Euro im Monat
  • Berlin: 1.675 Euro monatlich
  • Bundesdurchschnitt: 1.668 Euro
  • Höchste Rente im Westen: Hamburg mit 1.787 Euro

Die Daten zeigen klare Unterschiede nach Regionen und Geschlecht.

Inhaltsverzeichnis:

Brandenburg vor Thüringen und Sachsen

Brandenburg steht an der Spitze unter den ostdeutschen Bundesländern. Wer dort 45 Jahre Beiträge gezahlt hat, bekommt im Schnitt 1.557 Euro monatlich. Damit liegt Brandenburg über Sachsen (1.498 Euro) und deutlich vor Thüringen, wo Rentnerinnen und Rentner nach gleicher Arbeitszeit nur rund 1.491 Euro erhalten.

Auch Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern schneiden schlechter ab. Die Unterschiede zum Westen sind dennoch deutlich. In Hamburg liegt die durchschnittliche Monatsrente bei 1.787 Euro – rund 230 Euro mehr als in Brandenburg.

Diese Differenz zwischen Ost und West bleibt trotz einheitlicher Rentenformel bestehen. Die Gründe sind unter anderem niedrigere Löhne und Erwerbsunterbrechungen in der Vergangenheit.

Berlin leicht über dem Schnitt

In der Hauptstadt fällt das Bild leicht positiver aus. Mit rund 1.675 Euro liegt Berlin knapp über dem bundesweiten Durchschnitt von 1.668 Euro. Damit schneidet Berlin nicht nur besser ab als alle ostdeutschen Länder, sondern liegt auch vor Regionen wie Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Auffällig ist hier ebenfalls der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Berliner Männer erhalten im Durchschnitt 1.751 Euro – rund 175 Euro mehr als Frauen. Dieser Abstand ist größer als in Brandenburg, wo der Unterschied bei etwa 146 Euro liegt.

Bundesweit liegt der Rentenunterschied zwischen Männern und Frauen bei über 300 Euro. Auch dieser Umstand ist ein Hinweis auf strukturelle Ungleichheiten in der Erwerbsbiografie.

Klare Unterschiede nach Geschlecht

In allen Regionen erhalten Männer deutlich höhere Rentenzahlungen. In Brandenburg bekommen sie mit durchschnittlich 1.620 Euro rund 146 Euro mehr als Frauen. Dieser Unterschied ist ein Spiegel früherer Beschäftigungsverhältnisse: Männer haben oft länger gearbeitet, mehr verdient und seltener Teilzeitbeschäftigungen ausgeübt.

Frauen hingegen waren häufiger in Familienarbeit eingebunden, was sich negativ auf die Rentenhöhe auswirkt. Diese Unterschiede setzen sich auch nach 45 Versicherungsjahren fort.

Die gesetzliche Rente allein reicht für viele Menschen kaum zum Leben. Trotz jahrzehntelanger Arbeit liegt die Rente für Millionen unter dem, was als Existenzminimum gilt.

Kritik an Rentenniveau durch Dietmar Bartsch

Dietmar Bartsch sieht in den Zahlen einen Beleg für die Schwächen des Rentensystems. Die durchschnittliche Rente von 1.668 Euro zeige laut Bartsch, wie unzureichend das finanzielle Auskommen im Alter abgesichert sei.

Er verweist darauf, dass viele Rentnerinnen und Rentner trotz 45 Jahren Erwerbsarbeit mit kleinen Renten auskommen müssen. Gerade im Osten falle das besonders ins Gewicht. Ein würdevolles Leben im Alter bleibe für viele unerreichbar.

Bartsch fordert eine grundlegende Reform. Die aktuellen Zahlen unterstützen seine Position. Sie zeigen: Auch nach Jahrzehnten voller Beiträge bleibt die Rente oft knapp.

Quelle: RBB24