Die 116117 ist in Deutschland die zentrale Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst, wenn eine Praxis geschlossen ist und eine akute Beschwerde nicht bis zum nächsten Werktag warten sollte. Sie ist nicht für lebensbedrohliche Notfälle gedacht. Bei Atemnot, Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen, schweren Verletzungen oder akuter Lebensgefahr gilt der Notruf 112 in Deutschland. Für Menschen in Oderberg, im Barnim und in ganz Brandenburg ist die Nummer besonders am Abend, in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen wichtig. Der Patientenservice ordnet den Fall ein, nennt eine geöffnete Bereitschaftspraxis oder leitet weitere Schritte ein. Wer sich auf solche Situationen vorbereiten möchte, findet ergänzend Hinweise zu medizinischer Hilfe in Brandenburg am Abend und am Wochenende.
Inhaltsverzeichnis
- Wann die 116117 in Deutschland die richtige Nummer ist
- Der Unterschied zwischen 116117 und 112 im Alltag
- Bereitschaftsdienst in Brandenburg mit Zeiten der KV Brandenburg
- So läuft ein Anruf bei der 116117 ab
- Was vor dem Anruf zu Hause bereitliegen sollte
- Wo die 116117 nicht zuständig ist
- FAQ
Wann die 116117 in Deutschland die richtige Nummer ist
Die 116117 funktioniert bundesweit ohne Vorwahl. Der Dienst ist für gesetzlich und privat Versicherte gedacht. Er ersetzt nicht den Rettungsdienst, sondern schließt die Lücke zwischen regulärem Praxisbesuch und echtem Notfall. Auch nach einem normalen Arztbesuch in Deutschland bleibt die Nummer wichtig, wenn sich Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten plötzlich verschlechtern.
Die 116117 ist für Beschwerden gedacht, mit denen Betroffene normalerweise eine ärztliche Praxis aufsuchen würden. Entscheidend ist der Zeitpunkt. Der ärztliche Bereitschaftsdienst hilft dann, wenn die eigene Praxis geschlossen ist und die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht warten sollte.
Die wichtigste Regel lautet, die 116117 ist für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der üblichen Praxiszeiten zuständig. Dazu können hohes Fieber, starke Hals- oder Ohrenschmerzen, akute Rückenschmerzen, ein Harnwegsinfekt, anhaltender Brechdurchfall oder Bauchschmerzen gehören. Die genaue Einschätzung hängt immer vom Zustand der betroffenen Person ab.
Der Dienst arbeitet nicht wie eine normale Terminpraxis. Er soll akute Versorgung ermöglichen, wenn Hausarztpraxis, Kinderarztpraxis oder Facharztpraxis nicht erreichbar sind. Der Patientenservice kann telefonisch beraten, eine Bereitschaftspraxis nennen oder in bestimmten Fällen einen Hausbesuch veranlassen.
- Die Beschwerden sind akut und medizinisch relevant.
- Die reguläre Praxis ist geschlossen.
- Die Behandlung sollte nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten.
- Es besteht keine erkennbare Lebensgefahr.
Wer unsicher ist, kann die 116117 nutzen, solange keine Anzeichen für einen lebensbedrohlichen Zustand vorliegen. Bei schweren Warnzeichen sollte keine Zeit mit Abwägen verloren gehen. Dann ist sofort die 112 zuständig.
Der Unterschied zwischen 116117 und 112 im Alltag
Die Nummern 116117 und 112 werden häufig verwechselt. Das kann Folgen haben. Die 112 alarmiert Rettungsdienst und Feuerwehr bei akuter Lebensgefahr. Die 116117 führt zum ärztlichen Bereitschaftsdienst bei akuten Erkrankungen, die ambulant behandelt werden können.
Wer den Rettungsdienst braucht, wählt 112 und nicht 116117. Das gilt vor allem bei Bewusstlosigkeit, schweren Atemproblemen, starken Brustschmerzen, Lähmungserscheinungen, schweren Unfällen, starken Blutungen oder Vergiftungsverdacht. In solchen Situationen zählt jede Minute.
| Situation | Richtige Nummer | Warum diese Stelle zuständig ist |
|---|---|---|
| Akute Beschwerden, Praxis geschlossen, keine Lebensgefahr | 116117 | Der ärztliche Bereitschaftsdienst kann beraten und an eine Bereitschaftspraxis verweisen. |
| Atemnot, Bewusstlosigkeit, schwere Verletzung oder starker Brustschmerz | 112 | Der Rettungsdienst muss sofort alarmiert werden. |
| Routinekontrolle, Impfberatung, Krankschreibung ohne akute Verschlechterung | Reguläre Praxis | Solche Anliegen gehören in die Sprechstunde der behandelnden Praxis. |
| Dringender Facharzttermin mit Überweisungscode | 116117 Terminservice | Der Patientenservice kann bei bestimmten dringenden Terminen unterstützen. |
Die Tabelle zeigt den Kern der Entscheidung. Nicht jeder unangenehme Zustand ist automatisch ein Rettungsfall. Umgekehrt darf ein lebensbedrohlicher Zustand nicht über den Bereitschaftsdienst verzögert werden.
Bereitschaftsdienst in Brandenburg mit Zeiten der KV Brandenburg
In Brandenburg wird der ärztliche Bereitschaftsdienst durch die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg organisiert. Für Einwohner in Oderberg ist deshalb wichtig, nicht nur die bundesweite Nummer zu kennen, sondern auch die regionalen Bereitschaftszeiten richtig einzuordnen.
In Brandenburg gilt der ärztliche Bereitschaftsdienst vor allem dann, wenn Arztpraxen regulär geschlossen sind. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg beginnen die Bereitschaftsdienstzeiten montags, dienstags und donnerstags am Abend. Mittwochs und freitags starten sie bereits am frühen Nachmittag. Wochenenden und Feiertage sind umfassend abgedeckt.
| Tag in Brandenburg | Bereitschaftsdienstzeit | Praktische Bedeutung |
|---|---|---|
| Montag, Dienstag, Donnerstag | 19 bis 7 Uhr | Hilfe nach Ende der üblichen Sprechzeiten und in der Nacht. |
| Mittwoch, Freitag | 13 bis 7 Uhr | Früherer Beginn, weil viele Praxen an diesen Tagen kürzere Sprechzeiten haben. |
| Wochenende | Samstag 7 Uhr bis Montag 7 Uhr | Durchgehende Orientierung für akute Beschwerden ohne Lebensgefahr. |
| Feiertage | 7 Uhr bis 7 Uhr des folgenden Arbeitstages | Wichtig bei langen Wochenenden und Feiertagsbrücken. |
Die konkrete Bereitschaftspraxis hängt vom Standort und von der aktuellen Verfügbarkeit ab. Deshalb sollte vor einer Fahrt geprüft werden, welche Praxis geöffnet ist. Der Patientenservice 116117 und die Bereitschaftspraxensuche helfen dabei.
So läuft ein Anruf bei der 116117 ab
Ein Anruf bei der 116117 beginnt mit der Schilderung der Beschwerden. Wichtig sind klare Angaben. Dazu gehören Alter, Hauptsymptom, Beginn der Beschwerden, bekannte Erkrankungen, aktuelle Medikamente und die Frage, ob sich der Zustand rasch verschlechtert.
Die Mitarbeitenden oder das medizinische Fachpersonal ordnen die Situation ein. Danach kann eine telefonische Empfehlung folgen. Möglich ist auch der Hinweis auf eine geöffnete Bereitschaftspraxis. Wenn der Zustand eine Fahrt nicht erlaubt, kann ein Hausbesuch geprüft werden.
- Beschwerden möglichst genau schildern.
- Adresse oder Aufenthaltsort nennen.
- Versichertenstatus und Erreichbarkeit bereithalten.
- Auf Rückfragen zu Medikamenten, Vorerkrankungen und Warnzeichen achten.
- Empfohlene Schritte notieren und bei Verschlechterung sofort neu handeln.
Wer während oder nach dem Gespräch schwere Warnzeichen bemerkt, sollte nicht weiter warten und sofort die 112 wählen. Die Einschätzung kann sich ändern. Ein zunächst nicht lebensbedrohlicher Zustand kann sich verschlechtern.
Die 116117 kann auch online genutzt werden. Über den Patientenservice lassen sich Bereitschaftspraxen suchen. Für bestimmte Anliegen gibt es außerdem digitale Angebote und den Terminservice. Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte zusätzlich wissen, wie ein Rezept in Deutschland richtig eingelöst wird.
Was vor dem Anruf zu Hause bereitliegen sollte
Eine gute Vorbereitung spart Zeit. Das gilt besonders nachts, wenn Stress, Schmerzen oder Sorge die Situation unübersichtlich machen. Niemand muss eine medizinische Diagnose liefern. Hilfreich ist aber eine geordnete Beschreibung.
- Krankenversicherungskarte oder Versicherungsdaten bereitlegen.
- Aktuelle Medikamente und bekannte Allergien notieren.
- Fieberwerte, Blutdruckwerte oder andere gemessene Werte bereithalten, wenn vorhanden.
- Beginn und Verlauf der Beschwerden kurz zusammenfassen.
- Adresse, Klingelname und Rückrufnummer griffbereit halten.
- Bei Kindern Alter, Gewicht und bisherige Maßnahmen nennen.
Eine sinnvoll bestückte Hausapotheke kann ebenfalls helfen, eine Nacht sicherer zu überbrücken. Sie ersetzt keine ärztliche Einschätzung, kann aber bei leichten Beschwerden Orientierung geben. Praktisch ist eine regelmäßig geprüfte Hausapotheke in Deutschland mit gut lesbaren Packungen und aktuellen Beipackzetteln.
Wo die 116117 nicht zuständig ist
Die 116117 ist kein Ersatz für eine Notaufnahme bei Lebensgefahr. Sie ist auch kein allgemeiner Auskunftsdienst für lange geplante Untersuchungen, allgemeine Verwaltungsfragen oder rein organisatorische Anliegen ohne akute Beschwerden.
Nicht zuständig ist der ärztliche Bereitschaftsdienst in der Regel für planbare Routinekontrollen, langfristige Rezeptwünsche ohne akute Lage, zahnärztliche Notfälle in Regionen mit eigenem zahnärztlichem Notdienst oder tiermedizinische Notfälle. Auch polizeiliche Gefahrenlagen gehören nicht zur 116117.
Die 116117 soll Menschen mit akuten, aber ambulant behandelbaren Beschwerden in die richtige Versorgung lenken. Dadurch werden Notaufnahmen entlastet und Erkrankte erhalten schneller eine passende Anlaufstelle. Das funktioniert nur, wenn die Nummer nicht für reine Routinefragen genutzt wird.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung bei älteren Menschen, Kindern und chronisch Erkrankten. Ein hohes Fieber, starke Schmerzen oder Flüssigkeitsmangel können dringend sein. Sobald aber Atemnot, Bewusstseinsstörungen, starke Brustschmerzen oder ein schwerer Allgemeinzustand hinzukommen, ist der Rettungsdienst gefragt.
Für Oderberg und umliegende Orte bedeutet das eine klare Reihenfolge. Zuerst wird die Schwere der Lage eingeschätzt. Dann folgt die richtige Nummer. Bei akuter Lebensgefahr 112. Bei dringenden Beschwerden außerhalb der Praxiszeiten 116117. Bei planbaren Themen die reguläre Praxis.
Das Wichtigste zum Merken
- 116117 ist die Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst.
- 112 bleibt die Nummer für lebensbedrohliche Notfälle.
- Die 116117 funktioniert bundesweit ohne Vorwahl.
- Der Dienst ist rund um die Uhr erreichbar.
- In Brandenburg gelten klare Bereitschaftsdienstzeiten außerhalb der üblichen Praxiszeiten.
- Die Nummer hilft bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden.
- Vor dem Anruf sollten Symptome, Medikamente und Adresse bereitliegen.
- Bei Verschlechterung muss sofort neu entschieden werden.
- Routinefragen gehören in die reguläre Arztpraxis.
FAQ
Wann sollte ich die 116117 anrufen?
Die 116117 ist richtig, wenn eine akute Erkrankung außerhalb der Praxiszeiten auftritt, keine Lebensgefahr besteht und die Behandlung nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten sollte.
Ist die 116117 auch nachts erreichbar?
Ja. Der Patientenservice ist rund um die Uhr erreichbar. In Brandenburg gelten zusätzlich regionale Bereitschaftsdienstzeiten, die vor allem die Versorgung außerhalb der regulären Praxisöffnungszeiten betreffen.
Brauche ich für die 116117 eine Vorwahl?
Nein. Die Nummer 116117 wird ohne Vorwahl gewählt und gilt deutschlandweit.
Wann muss ich statt 116117 die 112 wählen?
Die 112 ist bei lebensbedrohlichen Situationen zuständig. Dazu zählen Atemnot, Bewusstlosigkeit, schwere Verletzungen, starke Brustschmerzen, Lähmungserscheinungen oder ein schwerer Unfall.
Kann die 116117 eine Bereitschaftspraxis nennen?
Ja. Der Patientenservice kann an eine geöffnete Bereitschaftspraxis verweisen. Bei Bedarf kann auch geprüft werden, ob ein Hausbesuch möglich ist.
Hilft die 116117 auch bei Facharztterminen?
Ja, die 116117 ist auch mit dem Terminservice verbunden. Für bestimmte dringende Termine gelten jedoch eigene Voraussetzungen, etwa ein Vermittlungscode auf einer Überweisung.
Die 116117 ist in Deutschland die zentrale Telefonnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst bei akuten, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der regulären Praxiszeiten. In Brandenburg ist der Dienst abends, nachts, am Wochenende und an Feiertagen besonders wichtig. Bei Lebensgefahr, schwerer Atemnot, Bewusstlosigkeit, starken Brustschmerzen oder schweren Verletzungen ist sofort die 112 zu wählen. Wer die Lage richtig einordnet, erreicht schneller die passende medizinische Hilfe.
Quelle: 116117.de, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Bundesministerium für Gesundheit, Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg, Ministerium für Gesundheit und Soziales Brandenburg.