Kupfermond über dem Berliner Himmel
Kupfermond über dem Berliner Himmel, Foto: Pixabay

Am Sonntagabend zeigt sich am Himmel ein seltenes Phänomen. Eine totale Mondfinsternis wird in ganz Deutschland sichtbar sein. In Berlin und Brandenburg können Hobby-Astronomen mit guten Chancen auf klare Sicht rechnen. Besonders bemerkenswert ist, dass der Mond bereits verdunkelt aufgeht.

Inhaltsverzeichnis:

Wetterlage und Sichtbedingungen in Deutschland

Der Meteorologe Sebastian Schappert vom Deutschen Wetterdienst erklärte, dass vor allem im Süden und Nordosten die besten Chancen auf freie Sicht bestehen. Auch in Berlin und Brandenburg sieht die Prognose positiv aus, bleibt jedoch unsicher.

Um die Erscheinung richtig beobachten zu können, ist ein freier Blick zum Osthorizont entscheidend. Geeignet sind:

  • freie Felder
  • Anhöhen
  • Uferbereiche von Seen und Flüssen
  • große Parkanlagen

Ohne freie Sicht ist das Schauspiel kaum wahrnehmbar.

Schatten der Erde und Ablauf der Finsternis

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt erläutert den Vorgang genau. Die Erde bewegt sich auf ihrer Bahn zwischen Sonne und Mond. Dabei entsteht ein Kernschatten, der den Mond vollständig überdeckt. Mond, Erde und Sonne stehen fast in einer Linie.

Die Finsternis folgt einem klaren Zeitplan:

  1. Eintritt in den Kernschatten: 18.27 Uhr
  2. Beginn der totalen Phase: 19.31 Uhr
  3. Mondaufgang in Berlin: 19.37 Uhr
  4. Ende der totalen Finsternis: 20.53 Uhr
  5. Austritt aus dem Kernschatten: 21.57 Uhr

Die erste partielle Phase ist hierzulande nicht sichtbar, da der Mond noch nicht aufgegangen ist.

Beobachtung in Berlin und Brandenburg

Für Berlin ergibt sich eine Besonderheit. Der Mond ist beim Aufgang bereits vollständig verfinstert. Anfangs wird er nur mit Ferngläsern oder Teleskopen zu erkennen sein. Erst später, wenn er höher am Himmel steht, wird er auch mit bloßem Auge sichtbar.

Mehrere Einrichtungen laden zur Beobachtung ein:

  • Archenhold-Sternwarte
  • Wilhelm-Förster-Sternwarte
  • Urania-Planetarium mit öffentlicher Veranstaltung ab 21 Uhr am Potsdamer Bassinplatz

Dort werden Großferngläser und Teleskope bereitgestellt. Besucher können auch eigene Geräte nutzen.

Farbe und Besonderheiten des Kupfermondes

Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg erklärt, dass die Färbung des Mondes rötlich-braun sein wird. Die Intensität hängt stark von lokalen Bedingungen ab. Smog, Staub oder klare Luft beeinflussen das Erscheinungsbild. Liefke bezeichnet den Mond daher als „Kupfermond“ statt „Blutmond“.

Es handelt sich nicht um einen sogenannten „Supermond“. Daher wird er am Horizont nur schwer erkennbar sein. Erst in größerer Höhe über den Dunstschichten erscheint er deutlich.

Nächste Finsternisse in Europa

Die nächste totale Mondfinsternis, die aus dem deutschen Sprachraum gut sichtbar sein wird, tritt erst am 31. Dezember 2028 auf. Eine totale Sonnenfinsternis ist am 12. August 2026 in Teilen Europas wie Spanien sichtbar.

Dieses seltene Ereignis bietet Beobachtern eine letzte Gelegenheit vor 2028, den Kupfermond in voller Intensität zu erleben.

Quelle: rbb24, YouTube