Die Hauptuntersuchung, im Alltag oft TÜV genannt, prüft in Deutschland, ob ein Fahrzeug verkehrssicher ist und die Umweltvorgaben einhält. Für Pkw ist die erste HU in der Regel drei Jahre nach der Erstzulassung fällig, danach meist alle zwei Jahre. Der Termin steht auf der Prüfplakette am hinteren Kennzeichen und in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Geprüft wird nicht nur bei TÜV-Stellen. Auch DEKRA, GTÜ, KÜS und andere anerkannte Überwachungsorganisationen führen die Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO durch. Wer sein Auto im Alltag in Brandenburg nutzt, sollte vor dem Termin auch Unterlagen, Kennzeichen, Reifen und Beleuchtung kontrollieren. Das gilt besonders nach Reparaturen, Ummeldungen oder längeren Standzeiten, etwa wenn parallel die Fahrzeugzulassung in Brandenburg vorbereitet wird.
Inhaltsverzeichnis
- Hauptuntersuchung in Deutschland nach StVZO und warum sie nicht nur TÜV heißt
- Termin, Plakette und Fristen richtig lesen
- Ablauf bei TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS Schritt für Schritt
- Prüfpunkte am Auto von Bremsen bis Abgasverhalten
- Vorbereitung zu Hause und in der Werkstatt
- Mängelklassen, Nachprüfung und abgelaufene HU
- Digitaler Untersuchungsbericht des KBA seit November 2025
- Praktischer Überblick vor dem HU-Termin
- FAQ
Hauptuntersuchung in Deutschland nach StVZO und warum sie nicht nur TÜV heißt
Die Prüfung entscheidet nicht über den Marktwert eines Autos, sondern über den technischen Zustand zum Prüfzeitpunkt. Besteht das Fahrzeug, wird eine neue HU-Plakette zugeteilt. Werden erhebliche, gefährliche oder verkehrsunsichere Mängel festgestellt, gibt es keine neue Plakette und das Fahrzeug muss nach der Reparatur erneut vorgeführt werden.
Die Hauptuntersuchung ist eine gesetzlich vorgeschriebene Fahrzeugprüfung. Sie beruht auf § 29 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Der bekannte Begriff TÜV hat sich im Alltag gehalten, obwohl die Prüfung auch von anderen anerkannten Organisationen durchgeführt wird.
Entscheidend ist nicht der Name der Prüfstelle, sondern die amtliche Anerkennung und die Prüfung nach den gesetzlichen Vorgaben. Fahrzeughalter können den Termin bei einer Prüfstelle, in vielen Werkstätten mit Prüftagen oder direkt bei einer Überwachungsorganisation wahrnehmen.
Die Abgasuntersuchung ist seit 2010 als Teiluntersuchung in die Hauptuntersuchung integriert. Bei modernen Fahrzeugen wird dabei auch das Motormanagement berücksichtigt. Das betrifft besonders Fahrzeuge mit OBD-Systemen, Dieselpartikelfilter, Katalysator oder elektronisch überwachten Abgasfunktionen.
Für Fahrer in kleinen Städten und ländlichen Regionen ist die Planung wichtig. Wer täglich pendelt oder auf das Auto angewiesen ist, sollte den Termin nicht erst am letzten Tag des Monats buchen. Bei Fahrten über Land können Baustellen, Umleitungen oder Werkstatttermine zusätzlichen Druck erzeugen. Hinweise zu Routen und Sperrungen helfen, die Anfahrt zur Prüfstelle sauber einzuplanen, etwa wenn man aktuelle Straßensperrungen in Brandenburg prüft.
Termin, Plakette und Fristen richtig lesen
Der nächste HU-Termin steht auf der Prüfplakette am hinteren Kennzeichen. Die Zahl in der Mitte zeigt das Jahr. Der Monat steht oben auf der Plakette. Zusätzlich ist der Termin in der Zulassungsbescheinigung Teil I vermerkt.
Die Hauptuntersuchung muss spätestens bis zum Ablauf des auf der Plakette angegebenen Monats durchgeführt werden. Eine Überschreitung ist keine empfohlene Reservezeit. Sie kann bei Kontrollen Folgen haben und bei deutlicher Überschreitung zu einem erweiterten Prüfumfang führen.
Für neue Pkw gilt üblicherweise ein längerer erster Zeitraum. Die erste Hauptuntersuchung steht in der Regel nach drei Jahren an. Danach wird sie meist alle zwei Jahre fällig. Für andere Fahrzeugarten, Anhänger, Wohnmobile oder gewerblich genutzte Fahrzeuge können abweichende Fristen gelten.
Was die Farbe der Plakette bedeutet
Die Farbe der HU-Plakette hilft Behörden und Prüforganisationen, das Fälligkeitsjahr schnell zu erkennen. Maßgeblich bleiben aber immer Monat und Jahr auf der Plakette sowie die Angaben in den Fahrzeugpapieren. Wer unsicher ist, sollte die Zulassungsbescheinigung prüfen oder direkt bei einer Prüforganisation nachfragen.
Ablauf bei TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS Schritt für Schritt
Der Ablauf folgt einem festen technischen Muster. Zuerst wird das Fahrzeug identifiziert. Dazu gehört der Abgleich von Fahrzeugdaten, Kennzeichen und Fahrzeug-Identifizierungsnummer. Danach folgen Sichtprüfung, Funktionsprüfung und Messungen.
- Termin buchen und Zulassungsbescheinigung Teil I bereitlegen.
- Fahrzeug sauber, zugänglich und mit lesbarem Kennzeichen vorführen.
- Prüfer kontrolliert Identität, Beleuchtung, Bremsen, Lenkung, Fahrwerk, Reifen und weitere sicherheitsrelevante Bauteile.
- Abgasrelevante Systeme werden im Rahmen der HU geprüft.
- Am Ende erhält der Halter einen Untersuchungsbericht mit Ergebnis und möglichen Mängeln.
Bei bestandener Prüfung wird die Plakette zugeteilt. Bei geringen Mängeln kann die Plakette dennoch erteilt werden, die Mängel müssen aber behoben werden. Bei erheblichen oder gefährlichen Mängeln ist eine Nachprüfung erforderlich.
Eine gute Vorbereitung spart Wege. Wer nach einer Panne oder einem technischen Defekt ohnehin eine Werkstatt ansteuert, kann Reparatur und HU-Termin oft sinnvoll zusammenlegen. Gerade im ländlichen Raum ist es hilfreich, die Pannenhilfe in Brandenburg und die nächstgelegenen Werkstattoptionen vorab zu kennen.
Kurzer HU-Wortschatz für den Prüftermin
Diese Begriffe tauchen rund um die Hauptuntersuchung häufig auf und helfen beim Lesen des Untersuchungsberichts.
- Hauptuntersuchung bedeutet die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Verkehrssicherheit und Umweltverträglichkeit.
- Prüfplakette zeigt am hinteren Kennzeichen den nächsten fälligen HU-Termin.
- Untersuchungsbericht dokumentiert das Ergebnis der Prüfung und mögliche Mängel.
- Nachprüfung wird nötig, wenn erhebliche oder gefährliche Mängel nach der Reparatur erneut kontrolliert werden müssen.
- Abgasuntersuchung ist als Teiluntersuchung in die Hauptuntersuchung eingebunden.
- Zulassungsbescheinigung Teil I ist ein wichtiges Dokument für den HU-Termin.
Prüfpunkte am Auto von Bremsen bis Abgasverhalten
Die Hauptuntersuchung ist keine Inspektion im Sinne des Herstellers. Sie ersetzt keinen Ölwechsel und keine Wartung nach Serviceplan. Sie prüft aber, ob das Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr sicher betrieben werden kann.
Zu den typischen Prüfpunkten gehören Beleuchtung, Bremsanlage, Reifen, Räder, Achsen, Lenkung, Karosserie, Sicherheitsgurte, Scheiben, Spiegel, Hupe, Kennzeichen, Auspuffanlage und abgasrelevante Systeme. Auch Warnleuchten im Cockpit können eine Rolle spielen, wenn sie sicherheits- oder umweltrelevante Systeme betreffen.
- Abblendlicht, Fernlicht, Blinker, Bremslichter und Nebelschlussleuchte müssen funktionieren.
- Reifen brauchen ausreichendes Profil und dürfen keine sichtbaren Schäden haben.
- Bremsen müssen gleichmäßig wirken und dürfen keine gefährlichen Mängel zeigen.
- Lenkung und Fahrwerk müssen ohne sicherheitsrelevantes Spiel arbeiten.
- Ölverlust, starke Korrosion oder lose Bauteile können zur Beanstandung führen.
- Warnlampen für Airbag, ABS, ESP oder Motormanagement sollten nicht dauerhaft leuchten.
Viele Beanstandungen entstehen an einfachen Stellen wie Licht, Reifen, Bremsen, Ölverlust oder beschädigten Scheibenwischern. Genau deshalb lohnt sich eine Sichtkontrolle vor dem Termin.
Vorbereitung zu Hause und in der Werkstatt
Die Vorbereitung beginnt mit einfachen Kontrollen. Die Beleuchtung lässt sich mit einer zweiten Person schnell prüfen. Auch Reifendruck, Profiltiefe, Scheibenwischer, Waschwasser und Kennzeichenbeleuchtung sind leicht kontrollierbar.
Bei älteren Fahrzeugen ist eine Vorprüfung in der Werkstatt sinnvoll. Sie ersetzt die HU nicht, kann aber typische Mängel vorab aufdecken. Das betrifft besonders Bremsscheiben, Bremsleitungen, Achsaufhängung, Lenkungsteile, Roststellen an tragenden Bereichen und Undichtigkeiten.
Fahrzeughalter sollten auch Unterlagen prüfen. Die Zulassungsbescheinigung Teil I gehört zum Termin. Bei nachgerüsteten Teilen können Nachweise, Allgemeine Betriebserlaubnisse oder Eintragungen erforderlich sein. Ohne passende Unterlagen kann ein an sich ordentlich montiertes Bauteil zum Problem werden.
Welche Unterlagen am Termin helfen
- Zulassungsbescheinigung Teil I
- Nachweise für eingetragene oder genehmigte Umbauten
- letzter Untersuchungsbericht, wenn vorhanden
- Service- oder Reparaturnachweise, wenn sie technische Fragen klären
- bei Nachprüfung der Mängelbericht der ersten Untersuchung
Bei Wohnortwechsel, Ummeldung oder neuen Kennzeichen lohnt sich ein Blick auf die Fahrzeugpapiere. Wer mehrere Behördengänge bündeln will, findet Orientierung bei den Unterlagen fürs Amt. Das verhindert fehlende Dokumente und unnötige Wege.
HU-Checkliste vor dem Prüftermin
Mit dieser kurzen Kontrolle lässt sich vor der Hauptuntersuchung schnell erkennen, ob einfache Punkte noch erledigt werden müssen.
Mängelklassen, Nachprüfung und abgelaufene HU
Das Ergebnis der Hauptuntersuchung wird im Untersuchungsbericht festgehalten. Dabei werden Mängel nach ihrer Bedeutung für Verkehrssicherheit und Umwelt eingeordnet. Diese Einstufung entscheidet, ob eine Plakette erteilt wird.
Bei erheblichen, gefährlichen oder verkehrsunsicheren Mängeln wird keine neue HU-Plakette zugeteilt. Das Fahrzeug muss repariert und innerhalb der vorgesehenen Frist zur Nachprüfung vorgestellt werden.
TÜV-Ampel zum Prüfergebnis
Die Einstufung im Untersuchungsbericht zeigt, ob die neue Plakette sofort erteilt wird oder ob eine Reparatur mit Nachprüfung nötig ist.
Ihr nächster Schritt
Wählen Sie ein Prüfergebnis aus. Danach erscheint die passende Einordnung.
Geringe Mängel sind kein Freibrief. Sie müssen ebenfalls behoben werden. Ein defektes Leuchtmittel kann sich schnell zu einem Sicherheitsproblem entwickeln. Bei erheblichen Mängeln ist die Lage klarer. Das Fahrzeug besteht die HU nicht und muss nach der Reparatur erneut geprüft werden.
Wenn die HU abgelaufen ist, sollte der Termin nicht weiter verschoben werden. Die nächste Prüfung wird seit 2012 nicht mehr auf den ursprünglich verpassten Termin zurückdatiert. Bei einer Überschreitung von mehr als zwei Monaten wird die Untersuchung um eine Ergänzungsuntersuchung erweitert, was den Prüfumfang und die Gebühr erhöht.
Digitaler Untersuchungsbericht des KBA seit November 2025
Seit dem 25. November 2025 stellt das Kraftfahrt-Bundesamt für Hauptuntersuchungen einen Digitalen Untersuchungsbericht bereit. Er ergänzt den gedruckten Untersuchungsbericht. Er ersetzt ihn derzeit nicht vollständig.
Der digitale Bericht kann über die Zugangsdaten auf dem Papierbericht abgerufen werden. Dazu gehören die Nummer des Untersuchungsberichts, die Schlüsselnummer der Prüforganisation und eine Identifikationsnummer. Der Abruf benötigt keine personenbezogenen Daten.
Praktisch ist der digitale Bericht vor allem beim Fahrzeugverkauf, bei Werkstattfragen oder bei der Weitergabe technischer Prüfdaten. Frühere Hauptuntersuchungen vor dem Startdatum werden nicht nachträglich digital verfügbar gemacht.
Praktischer Überblick vor dem HU-Termin
Die folgenden Übersichten zeigen, welche Punkte vor der Prüfung besonders wichtig sind und was die einzelnen Ergebnisse bedeuten.
| Bereich | Vor dem Termin prüfen | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Beleuchtung | Scheinwerfer, Blinker, Bremslichter, Rückfahrlicht, Kennzeichenlicht | Defekte Lampen gehören zu häufigen Beanstandungen und sind leicht vorab zu erkennen. |
| Reifen und Räder | Profil, Luftdruck, Schäden, gleichmäßiger Abrieb | Reifen beeinflussen Bremsweg, Fahrstabilität und Lenkverhalten. |
| Bremsanlage | Bremswirkung, Geräusche, Warnleuchten, sichtbare Schäden | Ungleichmäßige oder zu schwache Bremswirkung führt regelmäßig zu erheblichen Mängeln. |
| Scheiben und Sicht | Frontscheibe, Spiegel, Wischer, Waschanlage | Gute Sicht ist ein zentraler Sicherheitsfaktor bei Regen, Dunkelheit und Gegenlicht. |
| Karosserie und Unterboden | Rost, lose Teile, scharfe Kanten, Ölverlust | Tragende Korrosion, Undichtigkeiten oder lose Teile können sicherheitsrelevant sein. |
| Unterlagen | Zulassungsbescheinigung Teil I, Nachweise für Umbauten | Fehlende Nachweise können bei nachgerüsteten Teilen den Ablauf verzögern. |
Die beste Vorbereitung besteht aus einer ehrlichen Kontrolle des Fahrzeugs vor dem Termin und einer schnellen Reparatur sicherheitsrelevanter Mängel. Wer den Termin rechtzeitig bucht, vermeidet zusätzliche Wege, Stress und Risiken bei einer Verkehrskontrolle.
FAQ
Was wird bei der Hauptuntersuchung in Deutschland geprüft?
Geprüft werden sicherheits- und umweltrelevante Fahrzeugteile. Dazu gehören Bremsen, Lenkung, Beleuchtung, Reifen, Achsen, Karosserie, Sicht, Sicherheitsgurte und abgasrelevante Systeme.
Ist TÜV dasselbe wie Hauptuntersuchung?
Im Alltag wird oft TÜV gesagt. Korrekt heißt die Prüfung Hauptuntersuchung. Sie kann auch von anderen anerkannten Organisationen wie DEKRA, GTÜ oder KÜS durchgeführt werden.
Was passiert, wenn mein Auto die HU nicht besteht?
Bei erheblichen, gefährlichen oder verkehrsunsicheren Mängeln wird keine neue Plakette erteilt. Die Mängel müssen behoben werden, danach ist eine Nachprüfung notwendig.
Welche Unterlagen brauche ich für die HU?
Erforderlich ist die Zulassungsbescheinigung Teil I. Bei Umbauten oder nachgerüsteten Teilen können zusätzliche Nachweise, Genehmigungen oder Eintragungen nötig sein.
Kann ich mit abgelaufener HU noch zur Prüfstelle fahren?
Der Termin sollte nicht überzogen werden. Wenn die HU bereits abgelaufen ist, sollte die Fahrt zur Prüfstelle oder zur Werkstatt ohne weitere Verzögerung erfolgen und nicht für andere Zwecke genutzt werden.
Die Hauptuntersuchung prüft in Deutschland, ob ein Fahrzeug zum Prüfzeitpunkt verkehrssicher und umweltverträglich ist. Der nächste Termin ergibt sich aus der Prüfplakette und der Zulassungsbescheinigung Teil I. Wer Beleuchtung, Reifen, Bremsen, Unterlagen und sichtbare Schäden vorab kontrolliert, senkt das Risiko einer Nachprüfung. Bei erheblichen, gefährlichen oder verkehrsunsicheren Mängeln wird keine neue Plakette erteilt.
Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, Bundesportal, Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung über Gesetze im Internet, ADAC, TÜV Nord, TÜV Süd, TÜV Rheinland.